CGB > Archiv > Pressemitteilungen > Leseansicht

Pressemitteilungen

Contterm zu Verdi: Prekäre Beschäftigung beim GHB beenden!

Bremen/Bremerhaven. Die aufstrebende Hafengewerkschaft Contterm kritisiert die ausufernde prekäre Beschäftigung bei dem Gesamthafenbetriebsverein im Lande Bremen e.V (GHB) und den unzureichenden Einsatz dagegen durch den Fachbereich 11 der Gewerkschaft Verdi.

Beim GHB werden massiv befristete Teilzeitverträge mit 30 Stunden vergeben. Gleichzeitig verlangt der Arbeitgeber regelmäßig Wochenarbeitszeiten von bis zu 51 Stunden von den Teilzeitbeschäftigten. Bei Erkrankung wird den Teilzeitbeschäftigten die gesetzlichen 12 Wochen-Referenzregelung zur Lohnfortzahlungen versagt. Obwohl das Bundesurlaubsgesetz klar regelt, dass bei Vollzeit mindestens 20 Urlaubstage, nach Verdi-Tarifvertrag sogar 24 Urlaubstage, gewährt werden müssen, sollen tatsächlich nur vertragliche Teilzeitansprüche akzeptiert werden, was für die Betroffenen 16 Tage Jahresurlaub trotz faktischer Vollzeitbeschäftigung und damit geringere Bezüge bedeutet. Personen, die sich dagegen wehren, droht die Arbeitslosigkeit.

Nach Auffassung von contterm ist die Tatsache, dass die Gewerkschaft Verdi zahlreiche Vorstands-Funktionäre im Ausschuss für Personal und Arbeit (APA), dem Aufsichtsgremium des GHB angesiedelt hat, sehr bedenklich. Dass eine solche Prekarisierung offenbar durch Stillschweigen akzeptiert wird,das grenzt daher an gewerkschaftlicher Perversion.

Dazu Contterm-Vorstand Wolfgang Kurz: „Ich habe selbst viele Jahre Erfahrung als Betriebsrat in Hamburg. Eine solche Ausbeutung darf man aber als anständiger Gewerkschafter schon aus moralischen Gründen nicht mittragen.“ Kurz verlangt Aufklärung vom Verdi-Vorstandsmitglied und GHB-Betriebsratsvorsitzenden Peter Frohn. Im eigenen Interesse, empfiehlt Kurz, sollte er erklären, ob es zwischen ihm und dem Arbeitgeber eine Vereinbarung über eine pauschale Vergütung als Nachteilausgleich für Überstunden der arbeitenden Kollegen gibt.

Regelrecht verbittert zeigt sich der Vorstand von Contterm über Verdi-Leiter Dirk Reimers: (Bremerhaven) Dieser erklärte am 26.01.11 im Nordwestradio zu eingesetzten Zeitarbeitern auf dem Autoterminal: „Leiharbeit per se ist nicht zu verurteilen. Damit würde man per se nur viele Millionen Menschen in der Zeitarbeit verurteilen. Ich verurteile per se prekäre Beschäftigung.(1)“

„Wo, Herr Reimers, ist denn dann der Einsatz von Verdi gegen diese prekäre Beschäftigung beim GHB zu erkennen?“ empört sich Wolfgang Kurz. „Ist das nicht auch ein Wiederspruch zum Einsatz von Leiharbeitnehmern in Wilhelmshaven, der dann ja laut Herrn Dirk Reimers, nicht zuverurteilen wäre? Ist die Demo am 12.12.2011 nur mehr Schein als Sein von Verdi?“

Contterm fordert von den Arbeitgebern und den Verdi-Vertretern in dem APA, sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen und die Teilzeitverträge in unbefristete Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse umzuwandeln und endlich eine klare Aussage über Zeitarbeitsfirmen in den deutschen Seehäfen mit einem deutlichem NEIN zu beantworten.

Wolfgang Kurz
Contterm-Vorstand

 

(1) Äußerung von Dirk Reimers im Nordwestradio, einholbar im Internet unter http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_unterwegs/audio50808-popup.html;
Abspielminute 30:59 bis 31:40

Pressemitteilung: Contterm Fachgewerkschaft deutsche Seehäfen

Zurück

CGB > Archiv > Pressemitteilungen > Leseansicht

Gedruckt am 20.08.2019 12:36.