CGB > Archiv > Pressemitteilungen > Leseansicht

Pressemitteilungen

Wer zahlt am Ende die Zeche für die Inklusion? VkdL verurteilt planloses Vorgehen der Landesregierung NRW

Der Verein katholischer deutscher Lehrerinnen e.V. (VkdL) verurteilt das rigorose Vorgehen der NRW-Landesregierung in Sachen „Inklusion“: Ab Schuljahr 2014/2015 gilt für Kinder mit Behinderung der Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Regelschule – die Eltern sollen ab Sommer 2014 die Wahl haben.

Aber haben sie wirklich die Wahl? Zurzeit ist weder die personelle Ausstattung an den Schulen noch die Finanzierung dieses Projektes sichergestellt. Inzwischen haben 74 Kommunen und Kreise gedroht, eine Verfassungsklage beim Landesverfassungsgericht Münster einzureichen, weil das Land NRW die immens hohen Kosten für die Inklusion den Kommunen aufs Auge drücken will.

Nach Gesprächen mit den drei kommunalen Spitzenverbänden sind der Landkreistag sowie der Städte- und Gemeindebund bereits abgesprungen, weil das Land zwar zugebilligt hat, sich mit jährlich 35 Mio. Euro für die nächsten fünf Jahre zu beteiligen, aber die personellen Kosten für die Integrationshelfer sollen die Kommunen alleine stemmen. „Das ist ein Fass ohne Boden“, sagt Bundesvorsitzende Roswitha Fischer, „aus pädagogischer Sicht hat die gute Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte und Integrationshelfer absolute Priorität für die Schulen, wenn die Qualität der Inklusion sichergestellt werden soll.“ Der VkdL hält die Umsetzungstaktik der Landesregierung für schamlos und unverantwortlich.

Den Kommunen werde die größte Last aufgebürdet, damit die Landesregierung bei den Bürgern gut dastehe. Der viel zu enge Zeitrahmen bringt jetzt nicht nur die Kommunen und die Eltern in Druck, sondern das ganze Projekt werde auf den Rücken der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte ausgetragen. Der VkdL mahnt die nordrhein-westfälische Landesregierung und die Schulministerin dringend zu einer selbstkritischen Haltung: Wenn die Inklusion nicht mit Augenmaß und pädagogisch verantwortlich umgesetzt wird, kommt es zu einem großen bildungspolitischen Flurschaden. Bislang hat die Landesregierung mit Macht das Inklusionsgesetz durchgedrückt, Eltern verunsichert, Kommunen verärgert und Förderschulen in den Abgrund gerissen. Kann man auf dieses Ergebnis wirklich stolz sein?

Zurück

CGB > Archiv > Pressemitteilungen > Leseansicht

Gedruckt am 20.06.2019 5:28.