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Hausaufgaben: kein Wahlkampfthema, sondern pädagogisch wertvoll

VkdL: Gabriels Vorschlag zur Streichung der Hausaufgaben hat rein ideologische Ziele

Passend zur ideologischen Einheizung im Vorfeld der diesjährigen Bundestagswahl bringt Sigmar Gabriel (SPD) die Idee einer hausaufgabenfreien Schule unters Volk. Der Verein katholischer deutscher Lehrerinnen e.V. (VkdL) lehnt diesen Vorschlag als Kahlschlag-Pädagogik ab. „Mit der Maßnahme möchte der SPD-Parteivorsitzende die Eltern ködern, weil es immer gut ankommt, wenn mühevolle Arbeit wegfällt“, sagt Roswitha Fischer, Bundesvorsitzende des VkdL. Hausaufgaben seien kein Thema für den Wahlkampf, sondern vor allem eine wichtige pädagogische Maßnahme zur Unterstützung des selbstständigen Lernens und zur Wiederholung des Stoffs. Für Schülerinnen und Schüler sind es keine Strafen, sondern Freiräume für die Vertiefung der Lernprozesse.

Die Abschaffung der Hausaufgaben passt der SPD gut ins Konzept, weil sie die Ganztagsbeschulung flächendeckend umsetzen will. Unter dem Vorwand, die Ungerechtigkeit im Schulsystem zu beseitigen, will die SPD das Lernen ausschließlich unter staatliche Aufsicht stellen und die Eltern immer stärker aus der erzieherischen Verantwortung nehmen. Stattdessen sollten Eltern vor allem Sorge dafür tragen, dass die Kinder ihre Hausaufgaben machen und Ruhe dafür finden. Wenn Eltern aber die Aufgaben selbst lösen, ist dies keine Hilfe für die Kinder. Das sollten Lehrkräfte im Elterngespräch deutlich machen.

Für Kinder und Jugendliche ist aber die konzentrierte und möglichst störungsfreie Zeit für Hausaufgaben wichtig, weil Gelerntes sich erst in der Vertiefung und durch die Wiederholung setzen kann und haften bleibt – das gilt nicht nur für das Vokabellernen im Fremdsprachenunterricht, sondern auch für Fächer wie z.B. Deutsch, Geschichte, Mathematik und Religion. Gerade im Zeitalter von Computer, Smartphone & Co. ist das stille Üben enorm wichtig, um Erkenntnisprozesse in Gang zu setzen und Einsichten gewinnen zu können. Ob Hausaufgaben sinnvoll sind oder nicht, das liegt im Ermessen von ausgebildeten Pädagogen und ist nicht Aufgabe der Politik!

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Gedruckt am 18.06.2019 23:35.