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DHV weist Lohndumpingvorwürfe des Magazins WISO zurück

Die DHV-Die Berufsgewerkschaft e.V. weist die im Bericht „Lohndumping bei REWE und real – Wenn Arbeit sich kaum lohnt“ der Sendung vom 27.05.2013 des Magazins WISO erhobenen Lohndumpingvorwürfe als haltlos zurück. Insbesondere verwahrt sich die DHV gegen die Unterstellungen, sie sei eine korrupte Gewerkschaft.

Der Bericht des Magazins WISO, der einen DHV-Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband Instore Logistic Services (ILS) thematisiert, unterschlägt wichtige Fakten, die der Redaktion in einer Stellungnahme des DHV-Bundesvorsitzenden Gunter Smits auf eine Anfrage am 25.04.2013 mitgeteilt wurden:

• In der Tarifrunde 2010/2011 wurde ein Tarifabschluss erzielt, der für die untersten Gehaltsgruppen Entgeltsteigerungen von rund 20 % bedeuteten. Bundesweit dürfte dies einer der höchsten Entgeltabschlüsse der Jahre 2010 und 2011 gewesen sein.

• Für die anstehende Gehaltstarifrunde fordert die DHV eine lineare Gehaltserhöhung über alle Entgeltgruppen von 26 %. Für die unterste Entgeltgruppe bedeutet die DHV-Forderung ein Stundenlohn von 8,50 € West und 7,71 € Ost mit sofortiger Wirkung.

Diese Entwicklungen zeigen, dass sich die DHV für die Besserstellung der Beschäftigten in dieser Branche entschieden einsetzt. Auf diese Sachverhalte geht das Magazin WISO aber mit keinem Wort ein!

Der Bericht des Magazins WISO hat das tarifpolitische Umfeld im Handel nicht ausreichend beleuchtet. Der Handel ist keine Hochlohnbranche, sondern hat im Vergleich zu anderen Branchen ein niedrigeres Gehaltsniveau. Das gilt vor allem für ungelernte Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten, wie z.B. die Warenverräumung. Auch die Gewerkschaft verdi ist diesem Spannungsfeld ausgesetzt. Der DHV liegt ein für die Baumarktkette Praktiker vereinbarter verdi-Tarifvertrag mit Stand vom 01.05.2010 vor. Darin ist für die Warenverräumung durch geringfügig Beschäftigte ein Stundenlohn in der untersten Entgeltgruppe in Höhe von 4,78 € vereinbart worden.
Diesen ebenfalls am 25.04.2013 mitgeteilten Sachverhalt hatte das Magazin WISO bewusst unterschlagen!

Die DHV ist eine der ältesten kaufmännischen Berufsgewerkschaften der Welt. Seit ihrer Wiedergründung im Jahr 1950 hat die DHV eine Vielzahl von Tarifverträgen verhandelt und abgeschlossen. Sie ist eine etablierte und anerkannte Tarifpartnerin in vielen Branchen. So ist sie z.B. seit 2008 in Tarifführerschaft bei den Volks- und Raiffeisenbanken. Als Mitgliedsgewerkschaft des Christlichen Gewerkschaftsbundes trägt die DHV die Selbstverpflichtung mit, in der Tarifarbeit eine Mindeststundenvergütung von 8,50 € durchzusetzen. Die Tarifforderung der DHV in den anstehenden Tarifverhandlungen mit dem ILS wird dieser Selbstverpflichtung gerecht!

Vor dem Hintergrund dieser Fakten ist es ein Unding, dass ein öffentlich-rechtliches, auch von den DHV-Mitgliedern als Gebührenzahler finanziertes Magazin durch Verdrehungen und Unterschlagen von Tatsachen sowie durch nicht mit Fakten belegten Behauptungen den Eindruck vermittelt, die DHV und insbesondere ihr Bundesvorsitzender seien korrupt und würden Lohndumping betreiben.

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Gedruckt am 16.09.2019 14:53.