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Geschacher um Betreuungsgeld ist erbärmlich! Es geht um die Kinder und ihre Bedürfnisse

Essen, 7. November 2012. – Auch wenn die Koalition sich nun endlich auf die Einführung des Betreuungsgeldes geeinigt hat: Die Verschiebung der Einführung auf August 2013 ist nicht nur eine Zumutung für die betroffenen Eltern, sondern auch ein Signal: „Ihr seid uns nicht so wichtig!“ Obendrein spricht die mediale Häme gegen Mütter, die ihre ein- und zweijährigen Kinder selbst erziehen möchten, ihre eigene Sprache. Der Wegfall der Praxisgebühr ab Januar 2013 und die Androhung einer Verfassungsklage gegen den Rechtsanspruch auf Betreuungsgeld von Seiten der Opposition lassen das Ganze in der Tat wie einen Kuhhandel aussehen – das ist Wasser auf die Mühlen der Befürworter einer verfrühten außerhäuslichen Kinderbetreuung und der Sache wenig dienlich.

Drohbegriffe wie „Herdprämie“ oder „Katastrophe“ für die Unterstützung einer Erziehung, in der das Kind im Mittelpunkt steht, tun ihr Übriges. Wer fragt die Kleinsten, die sich nicht wehren können? Ein- und Zweijährige werden immer mehr einer wirtschaftsorientierten Erwachsenenlogik untergeordnet, die nur vordergründige Ziele verfolgt: Die Mütter sollen möglichst rasch wieder der Wirtschaft zur Verfügung stehen. So nachvollziehbar der Wunsch berufstätiger Frauen auch ist, es sollte niemand die Augen vor der Realität der Kinder verschließen: Bereits jetzt sind die Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Erkrankungen von Kindergartenkindern und Grundschülern besorgniserregend. Experten, die warnen, werden nicht gehört, da die politischen Entscheidungsträger zuerst Wählerstimmen und Meinungsmache im Blick haben. Und die Gesellschaft hätte es gerne funktional – da müssen die Kleinsten Opfer bringen ... – zumindest in dieser Legislaturperiode. Kinder brauchen Ruhe und emotionale Bindung, um gesund und bindungsfähig aufwachsen zu können. Warum gönnen wir den Kindern und ihren Müttern diese Phase nicht?

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