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Leistung muss sich lohnen – überall auf der Welt

CGM zum Welttag der menschenwürdigen Arbeit

Stuttgart, 07.10.2012. Am heutigen „Welttag der menschenwürdigen Arbeit“ bekräftigt die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM), dass sich Leistung lohnen muss. „Erwerbsarbeit erhält ihre Würde durch angemessene Bezahlung“, stellt der CGM-Bundesvorsitzende Adalbert Ewen fest. „Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Mindeststandards                                 im Arbeitsleben überall auf der Welt eingeführt werden.“

Als oberste Priorität betrachte er hierbei die weltweite Abschaffung von Kinderarbeit. „Dass im 21. Jahrhundert immer noch in vielen Teilen der Welt Kinder arbeiten müssen, ist nicht hinnehmbar.“ Zwar hätten bereits viele Länder die ILO-Konvention 182 zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit unterschrieben und ratifiziert, das reiche aber noch lange nicht aus. Für Deutschland, aber auch für die meisten anderen Länder der Welt, sieht Ewen vor allem Nachholbedarf in einer gerechten Bezahlung: „Es gibt immer mehr Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich, immer mehr Zeitarbeits- und Werksvertragsarbeitsplätze sowie immer mehr befristete Arbeitsverhältnisse. Damit kann man keine Familie planen oder ernähren. Und einen ausreichenden Rentenanspruch kann man sich dadurch auch nicht aufbauen.“ Es gelte deshalb, diesem Trend entgegenzusteuern und dafür zu sorgen, dass unbefristete und gerecht bezahlte Arbeitsplätze wieder die Regel seien. „Arbeit muss sich lohnen. Das Lohnabstandsgebot muss wieder konsequent eingehalten werden“, fordert Ewen. Seit Einführung der Hartz-Gesetze habe sich die Politik in Deutschland zunehmend vom Lohnabstandsgebot verabschiedet. Mittlerweile arbeiten rund 4,6 Millionen Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnsektor. „Immer mehr Arbeitnehmer müssen sich ihren Verdienst vom Staat aufstocken lassen. Damit subventioniert der Staat indirekt einige Unternehmen, die dann aber satte Gewinne einfahren. Wenn wir weiter so machen, hält das unser Sozialsystem nicht mehr lange aus.“

Aus diesem Grund spricht sich die CGM auch nachhaltig für die Einführung der allgemeinen verbindlichen Lohnuntergrenze aus. „Eine Lohnuntergrenze sorgt nicht nur dafür, dass Arbeitnehmer in die Lage versetzt werden, sich und ihre Familien ohne Zuzahlung des Staates zu ernähren, sie verhindert auch Altersarmut“. Auf die Idee einer Zuschuss- oder Grundrente käme man nur deshalb, weil so viele Menschen ein Leben lang arbeiten und im Anschluss trotzdem nicht genügend Rente beziehen würden. „Es kann nicht sein, dass es einen zunehmenden Reallohnverlust gibt und der Staat immer mehr zuzahlen muss. Von Arbeit muss man leben und einen ordentlichen Rentenanspruch aufbauen können“, so die abschließende Forderung Ewens zum Welttag der menschenwürdigen Arbeit.

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