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Starre Familienarbeitszeit macht keinen Sinn - CGM spricht sich für flexible Lösungen aus!

Die derzeitige Diskussion über eine Familienarbeitszeit wird von der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) mit gemischten Gefühlen betrachtet. „Die Debatte zu führen ist richtig, die Vorschläge, die dabei gemacht werden, sind jedoch größtenteils unausgegoren“, meint der CGM-Bundesvorsitzende Adalbert Ewen.

Sowohl der Vorschlag von Bundesfamilienministerin Schwesig, die Wochenarbeitszeit für Eltern auf 32 Stunden bei vollem Lohnausgleich zu reduzieren, als auch der Vorschlag der IG Metall nach einer 30-Stunde-Woche für Familien seien nicht richtig durchdacht. „Selbstverständlich ist es wünschenswert, dass Eltern mehr Zeit für ihre Kinder aufbringen können“, stimmt Ewen zu, „jedoch muss der Lohnausgleich dann von denen bezahlt werden, die keine Kinder haben“. Dies führe zu einem Lagerdenken zwischen Familien mit Kindern und Kinderlosen, das die CGM nicht wolle. „Wir halten es für richtig, dass Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren und zu einem Zeitpunkt nach Vereinbarung anstandslos wieder erhöhen können. Ob eine Reduzierung auf 32, 30 oder weniger Stunden Sinn macht, muss in der Familie entschieden werden, das hat weder die Familienministerin zu bestimmen, noch die IG Metall“. Die CGM halte es für wichtig, nicht über eine bestimmte Wochenarbeitszeit für Familien zu diskutieren, sondern über die grundsätzliche Möglichkeit der Flexibilisierung, sodass jede Familie selbst entscheiden kann, was für sie Sinn macht. „Wir glauben, dass der Staat den Familien nicht vorschreiben sollte, wer wann wie viel zu arbeiten hat. Er sollte jedoch einen Rahmen bieten, in dem maßgeschneiderte Lösungen möglich sind.“ Ein teilweiser Lohnausgleich könnte im Rahmen des von der Bundesregierung geplanten „ElterngeldPlus“ stattfinden, einen völligen Lohnausgleich hält die CGM dagegen für utopisch.

Die IG Metall gehe bei ihrem Vorschlag außerdem zu sehr von den Arbeitsbedingungen und den Möglichkeiten in der Industrie aus, ignoriere jedoch den Mittelstand. „Auch dort arbeiten viele Menschen und die haben nichts davon, wenn ihr Arbeitgeber durch zu viel staatliche Regulierung den Betrieb schließen muss“, gibt der CGM-Bundesvorsitzende zu bedenken. Deshalb müssten Maßnahmen diskutiert werden, die Arbeitgebern und Arbeitnehmern großen Spielraum für Flexibilisierung ermöglichen und sowohl für die Industrie als auch die mittelständischen Betriebe umsetzbar sind. „Die Diskussion über 32 oder 30 Stunden hat nichts mit Flexibilisierung zu tun, sondern mit der Einführung von neuen starren Regeln, die weder den Arbeitnehmern, noch den Betrieben und gleich gar nicht den Familien weiterhilft“.

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Gedruckt am 09.12.2019 5:29.