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Tarifrunde 2014 Deutsche Telekom AG und Beteiligungsgesellschaften

CGPT-Gesamtforderung 2014:  6%    Laufzeit: 1 Jahr

Begründung:

Angesichts der letzten Prognosen der Wirtschaftsweisen von fast 1,7% für das Wirtschaftswachstum für 2014, einer Inflationsrate von 1,2% (wobei der Konsumgüteranteil bei über 3% - bei Essenswaren z.B. bei 6% - liegt), der Zahlung von 0,50 Euro/Aktie als Dividende, des laut Quartalsbericht III/2013 um 6% gestiegenen Umsatz und der EU-Forderung, dass die Binnennachfrage durch höhere Löhne zu stärken sei müsen die Einkommen der Beschäftigten steigen.

Wegen der wieder hervorragenden gesamtwirtschaftlichen Aussichten in Deutschland und der Unternehmens-ergebnisse der Telekom ist unsere Gesamtforderung von 6% ein realistischer Wert, der sich aus einer prozentualen Erhöhung und strukturellen Verbesserungen zusammensetzt.

Geforderte strukturelle Verbesserungen, u.a.:

Stressreduzierung

durch Abbau von Überlastungen und Verbesserung der Arbeitsbedingungen; hier sind grundlegende Änderungen erforderlich: Die Arbeitgeber sollten sich erinnern, dass neben der Pflicht des Arbeitnehmers auf Leistungserbringung ein Recht des Arbeitnehmers auf anstellungsgerechte Beschäftigung besteht. Strategische Planungen müssen dem Rechnung tragen, und eine homogene Arbeitsauslastung der Beschäftigten muss sichergestellt werden. Es geht nicht nach dem Motto: „Mit Volldampf los!“ – und womöglich gegen die Wand. Und dann Stillstand wegen Konzeptlosigkeit. Neue Standortkonzepte und Umorganisationen dürfen nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Psychische und körperliche Schäden der Beschäftigten sind durch ein vorbeugendes, adäquates Gesundheitsmanagement zu bekämpfen.

Unsere Forderungen:

Reduzierung von Änderungen der „Arbeitsorganisation“ und Vorab-Entwicklung von funktionsfähigen Arbeitsmitteln, Stärkung der Eigenverantwortung statt Gängelung bis ins letzte Detail, Überprüfen von Zeitvorgaben in Aufträgen des Außendienstes; vor allem hinsichtlich des Ansatzes realistischer Fahrzeiten.

Lebensarbeitszeit

Unsere Forderungen:

Verlängerung des Verzichts auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2018

Begründung:

Das gibt den Beschäftigten das notwendige Sicherheitsgefühl bezüglich ihres Arbeitsplatzes und damit soziale Planungssicherheit. Verkaufsverzicht für die Servicegesellschaften bis 2018; das beinhaltet auch die Verlängerung des Auslagerungsschutzes Begründung: Das gibt den Beschäftigten das notwendige Sicherheitsgefühl bezüglich ihres Arbeitsplatzes und damit soziale Planungssicherheit. Diese Planungssicherheit besteht dann auch hinsichtlich des Einkommens.

Urlaubsregelungen

Die CGPT lehnt die Urlaubsgewährung als Steuerungsinstrument des Arbeitsanfalls ab.

Begründung:

Beim Erholungsurlaub sollte nicht Flexibilisierung des Personaleinsatzes sondern der Erholungseffekt für den Beschäftigten im Vordergrund stehen. Deshalb ist bei Urlaubsplanung – unter Wahrung von betrieblichen Anforderungen – der Wunsch des Beschäftigten als vorrangig anzusehen. Außerdem ist zu respektieren, dass es bevorzugte Jahreszeiten gibt, in denen die Beschäftigten normalerweise ihren Jahresurlaub nehmen möchten.

Rückkehrgarantie aus der Teilzeit, auch für laufende Verträge

Im November sprach die Telekom gegenüber allen ihren Beschäftigten, d.h. Tarifmitarbeitern, außertariflich Beschäftigten, Executives (Führungskräfte) und Beamten im Inlandskonzern zum 1. Januar 2014 eine Rückkehrgarantie aus der Teilzeit aus.

Damit werden alle ab dem 1. Januar 2014 geschlossenen Teilzeitneuverträge und Teilzeitverlängerungen eine entsprechende Klausel enthalten. Wir fordern, dass diese Rückkehrgarantie auch für bestehende Teilzeitverträge angewandt wird.

Begründung:

Auch für Beschäftigte, die bereits zum 1. Januar 2014 auf der Basis abgeschlossener Verträge in Teilzeit sind, sollten aus Gleichbehandlungsgrundsätzen in den Genuss der Garantiezusage kommen. Damit können auch diese Beschäftigten auf veränderte Situationen im privaten und beruflichen Umfeld reagieren.

Verkürzung der Wochenarbeitszeit mit Bezug auf Alterteilzeit und gesetzliches Rentenalter

Die Arbeitszeit soll pro Woche um 2 Stunden reduziert werden bei vollem Lohnausgleich. Arbeitnehmern, die ein Lebensalter entsprechend dem frühest möglichen Lebensalter für eine Altersteilzeit erreicht haben, bzw. 7 Jahre vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters sollte ein Angebot gemacht werden, das eine reduzierte Wochenarbeitszeit beinhaltet.

Wir fordern

altersgerechte Arbeitsplätze für Weiterarbeitende (Wegen der Gefahr der Selbstausbeutung und der Ausbeutung durch den Arbeitgeber lehnt die CGPT Lebensarbeitszeitkonten ab). Wir fordern „Demografie-Tarifverträge“, die dem demografischen Wandel Rechnung tragen.

Begründung:

Damit wird dem älteren Beschäftigten die Möglichkeit eröffnet, seine Arbeitszeit seiner persönlichen Leistungsfähigkeit anzupassen.

Übernahme von Auszubildenden

Aus den Rückmeldungen bezüglich der Übernahme von Auszubildenden entnehmen wir folgende aktuelle Zahlen:
3.600 Ausbildende haben ihre Ausbildung beendet, mit dem Anrecht sich um eine weitere Anstellung zu bewerben, hiervon haben sich 2.600 beworben und sind 1.830 übernommen worden.

Zum Teil wurden recht attraktive Angebote, wie zum Beispiel im Bereich Technik Netze gemacht, zum Teil aber auch Angebote, die nicht der aus der Ausbildung abzuleitenden Erwartungshaltung entsprachen, z.B. Einsatz im Call Center. Wir begrüßen es, dass sich für eine Vielzahl von Auszubildenden eine Einstiegsmöglichkeit ins Berufsleben ergibt.

Wir fordern nach wie vor eine Strategie, die die Übernahme aller ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu marktrelevanten Konditionen ermöglicht, bzw. die perspektivisch aufzeigt, wie in den nächsten fünf Jahren mit der Situation umgegangen werden soll. Wir sind gegen die Beschäftigung von ehemaligen Azubis in neuen Gesellschaften zu niedrigerem Einkommen.

Begründung:

Nach der Ausbildungszeit befindet sich der Auszubildende in einer Findungsphase. Mit der Übernahme durch den Arbeitsgeber hat der Auszubildende eine sichere soziale Position, die ihm den Einstieg ins Berufsleben garantiert. In dieser Phase besteht auch für den Arbeitgeber eine vertiefte Möglichkeit, die Fähigkeiten des Beschäftigten festzustellen und berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Einführung traditioneller Feiertage als arbeitsfreie Tage

Für die Gesellschaften, in denen die Arbeitsbefreiung an und Heiligabend und Sylvester noch nicht tariflich vereinbart sind, sollten diese Tage für alle Beschäftigten als ganze freie Arbeitstage gewährt werden.

Begründung:

Zum einen aus Gründen der Gleichbehandlung der Beschäftigten im Konzern. Zum anderen würdigt der Arbeitgeber hiermit in besonderer Weise die hervorragende Arbeitsleistung der Belegschaft in dem aktuellen Geschäftsjahr und fördert direkt die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das neue Geschäftsjahr mit der Möglichkeit die Weihnachtstage und den Jahresabschluss ein wenig stressfreier zu beginnen.

Vermögenswirksame Leistung

Derzeit werden 6,65 Euro monatlich gezahlt. (Höchstbetrag nach dem Gesetz 40€. Wir fordern die Aufstockung der monatlichen Leistung des Arbeitgebers auf diesen Höchstbetrag von 40€. Begründung: Der Betrag von 6,65 Euro ist nicht zeitgemäß, und wird nicht als wirkliche vermögenswirksame Leistung empfunden.

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Gedruckt am 09.12.2019 6:03.