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CGB Bremen mahnt Frauenquote für Unternehmensführungen an

Vor zwei Jahren hat Bundeswirtschaftsministerin von der Leyen Pläne zur Einführung einer verbindlichen Frauenquote für Unternehmensführungen vorgelegt. Leider konnte sie sich mit ihren Vorstellungen in der Bun-desregierung nicht durchsetzen.

Das Managerinnen-Barometer 2013 des DIW belegt, dass die Forderung nach einer Frauenquote für Wirt-schaftsbetriebe weiter aktuell ist. Selbstverpflichtungsappelle an die Wirtschaft haben offensichtlich wenig ge-fruchtet. Zwar ist der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen leicht gestiegen. Er verharrt aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Besonders in Banken und Sparkassen haben Frauen nach wie vor kaum Chancen auf Spitzenjobs. Laut DIW waren 2012 in 88 Prozent der Vorstände der großen Banken und Sparkassen Männer unter sich. Lediglich 13 von 404 Vorstandssitzen entfielen auf Frauen. Dies entspricht gerade mal 3,2 Prozent.

Etwas besser sieht es bei den DAX-30-Unternehmen aus. Dort stieg der Frauenanteil von 3,7 auf 7,8 Prozent. Insgesamt stärker vertreten sind Frauen in Aufsichtsräten. Bei den 200 Spitzenunternehmen betrug der Frauenanteil an den Aufsichtsratsmitgliedern im vergangenem Jahr 12,9 Prozent. Bei den DAX-30-Unternehmen erreicht er sogar 19,4 Prozent. Dies ist allerdings kein Erfolg der Wirtschaft, sondern der Gewerkschaften, die verstärkt Frauen für Aufsichtsratsmandate nominieren. 

Insgesamt ist Deutschland nach Auffassung des CGB derzeit noch weit von einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungsfunktionen der Wirtschaft entfernt. Daher bekräftigt der CGB seine Forderung nach Einführung einer gesetzlichen 30-Prozent-Frauenquote für Unternehmensführungen.

Dort, wo der Staat selbst Einfluss auf die Besetzung von Führungsfunktionen in Unternehmen hat, sollte dieser Einfluss bereits jetzt genutzt werden, um mehr Frauen zu Managementfunktionen zu verhelfen. Es ist für den CGB unverständlich, dass bislang in Unternehmen mit staatlicher Beteiligung ähnliche Strukturen gelten, was die Beteiligung von Frauen an Führungsfunktionen angeht, wie in der Privatwirtschaft. So verweist das DIW darauf, das im Dezember 2011 bei den 60 im Beteilungsbericht des Bundes gelisteten Unternehmen – darunter Konzerne wie die Deutsche Bahn und die Telekom – von 147 Vorstandssitzen lediglich 12 mit Frauen besetzt waren. Der CGB befürchtet, dass es bei den Eigen- und Beteiligungsbetrieben von Kommunen und Ländern ähnlich aussieht. Er hat daher die Finanzsenatorin angeschrieben und um entsprechende Auskunft gebeten.

Faktum ist, dass auch in den übrigen EU-Ländern Frauen nur geringe Chancen auf Top-Jobs im Management von Unternehmen haben. Daher begrüßt es der CGB, dass sich jetzt auch die EU-Kommission für die Einführung einer Frauenquote stark macht. Allerdings ist neben der Quotenregelung die bessere Vereinbarkeit von Famile und Beruf ebenso essentiell wichtig. Nur wenn diese Vereinbarkeit gewährleistet ist, wird es Frauen auch möglich sein, Führungspositionen zu übernehmen. Der Kommissionsvorschlag sieht unglücklicherweise nur eine Quote für die Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen vor. Für die Besetzung der Vorstände ist EU-seitig leider noch keine Quotenregelung geplant.

 

 

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Gedruckt am 12.11.2019 6:36.