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Stellungnahmen

GÖD bezieht Position: Höhere Kosten für Pflegebedürftige?

Zurzeit lesen wir viel über den Pflegenotstand bzw. den Fachkräftemangel in der Pflege. Man vermutet, dass unzureichende Bezahlung der Hauptgrund ist, dass zu wenig Menschen Interesse an diesem Beruf haben. Ist dies so, oder sind nicht andere Gründe wichtig oder sogar wichtiger? Mittlerweile sind wir nach Aussagen von Fachleuten bei einer durchschnittlichen Verweildauer von fünf Jahren bei weiblichen Pflegenden. Warum? Ist es nur die Bezahlung oder sind es evtl. auch Themen wie familienunfreundliche Schichtzeiten, ständige Überforderung durch kostenbedingten Personalmangel, Verdichtung der Arbeit durch das Mehr an Patienten und zu Pflegenden.

Dies in Verbindung mit unzureichenden Finanzmitteln, da die Pflegenden und zu Pflegenden am Ende der Nahrungskette stehen, dort wo ein Großteil der zur Verfügung stehenden Mittel bereits abgeschöpft ist. Deshalb ist die „Konzertierte Aktion Pflege“ überlebensnotwenig und zwingend für den Erhalt unseres Systems. Die Fraktionsspitzen der Koalition haben am vergangen Freitag beschlossen, dieses Vorhaben zügig umzusetzen. Dies ist notwendig und lobenswert, aber es muss dazu auch eine Gegenfinanzierung gefunden und beschlossen werden. Wir brauchen ein Mehr an Pflegefachleuten die qualifizierte Arbeit leisten und diese auch in Einklang mit ihren Familien und dem sozialen Leben bringen können. Deshalb unterstütze ich jede Idee, die uns diesem Ziel näher bringt.

Aber: Die Finanzierung muss geklärt und vereinbart werden, sonst teilen sich 3,4 Millionen Pflegebedürftige und deren Angehörige fünf Milliarden Mehrkosten. Damit kommen dann deutliche Mehrkosten auf uns, unsere Eltern und Großeltern zu. Aber auch auf das Sozialsystem, da bereits jetzt mehr als ein Drittel der Bewohner in Pflegeeinrichtungen auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Warum nutzen wir nicht die Steuereinnahmen die den Rentnern abverlangt werden, für eine neue Struktur der Pflege in Deutschland und adäquate Bezahlung der Pflegekräfte, und damit für eine Steigerung der Pflegequalität für die Menschen die Zeit ih-res Lebens gearbeitet und auch Steuern be-zahlt haben. Auch dies würde die Zufriedenheit der Pflegenden erhöhen. Denn nichts ist für diese Berufsgruppe so schlimm als das Gefühl nicht ausreichend geholfen zu haben.

 

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Gedruckt am 20.08.2019 12:36.