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Stellungnahmen

Wir von der CGM fordern: Altersarmut vorbeugen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern!

Aktuelle Erhebungen zeigen, dass seit der letzten bedeutenden Rentenreform im Jahr 2002 das Risiko für Armut im Alter steigt. Ein Drittel aller jetzt noch berufstätigen Männer sowie knapp zwei Drittel aller arbeitenden Frauen, besonders die in den alten Bundesländern, fallen im Rentenalter unter die Armutsgrenze, was heißt, sie werden SozialrentnerInnen gemäß des festgelegten Bedarfsniveaus der Grundsicherung.

Seehofers Vorstoß ist richtig und wir unterstreichen seine Aussage, dass die Neoliberalisierung in der Rentenpolitik beendet werden muss. In 20% der Riesterverträge wird längst nicht mehr eingezahlt. Zu Recht. Für jeden, der von der Grundsicherung im Rentenalter leben muss, lohnt sie sich nicht, da sie zuerst monatlich am Entgelt fehlt und dann im Alter von der Grundversorgung abgezogen wird. Dasselbe gilt für die Mütterrente, auch diese wird von der Grundsicherung abgezogen.

Ob gesetzliche Rentenversicherung oder betriebliche Altersversorgung, alle zukünftigen Rentner und Rentnerinnen werden die Folgen von Spar- und Niedrigzinspolitik deutlich zu spüren bekommen, wenn wir jetzt keine Kursänderung vornehmen. Das Rentenniveau muss auf einem Niveau beibehalten werden, von dem Menschen leben können. Die Versorgung allein auf die Berechnung von Arbeitseinkommen und Versicherungsdauer zu stützen sowie permanent die Beitragssätze der Beschäftigten zu erhöhen ist kein zukunftsfähiges Modell mehr. Insofern die Generationen hierbei gegeneinander ausgespielt werden.

Adalbert Ewen, Bundesvorsitzender der CGM: „Die fortschreitend rasante Veränderung des globalisierten Arbeitsmarktes, die flexibler werdenden Lebensentwürfe der Bürgerinnen und Bürger, Demografiefaktoren und Vermögensunterschiede fordern ein Rentensystem, das Leben und Arbeit in ein neues Kräfteverhältnis setzt. Die Möglichkeit marktwirtschaftliche Teilhabe breiter Bevölkerungsschichten zu stärken und deren Kaufkraft ins Zentrum der rentenpolitischen Überlegungen zu stellen, könnte ein volkswirtschaftlich sinnvoller Ausgangspunkt für eine Kombination aus Beitragsfinanzierter Rente und einer zusätzlichen staatlich garantierten Zahlung im Sinne einer geldwerten Lebensleistung sein. Gute Renten, von denen ein Mensch leben kann, sind wirtschaftlich nötig, weil sie unseren Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig stabilisieren. Wir können uns Altersarmut schlichtweg nicht leisten, weil sie unseren sozialen Frieden gefährdet! Mögliche Lösungen wären auch die verpflichtende Sozialversicherungspflicht für Selbständige, lukrative private, bzw. verpflichtende betriebliche Altersvorsorgemodelle und eine Mindestrente, die deutlich über der Grundsicherung liegt, wobei die Grundsicherung deutlich höher sein müsste als heute."

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Gedruckt am 12.11.2019 6:35.