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VkdL: Sandwesten-Pädagogik auf dem Holzweg - pädago-gisch höchst fragwürdige Methoden aus Hamburg dürfen nicht Schule machen!

Sie haben ein Gewicht zwischen 1,5 und 5 Kilo, sind angeblich beliebt und werden derzeit an 14 (!) Hamburger Grundschulen verwendet: Sandwesten, die zur Ruhigstellung von Kindern mit ADHS, Hochbegabung oder Wahrnehmungsstörungen eingesetzt werden. 

Wer die Meldung zum ersten Mal in der Presse gelesen hat, glaubte zunächst an einen verfrühten Aprilscherz. Und: Nach einem jüngsten Bericht der FAZ diskutieren Kinder sogar, wer die Sandweste zuerst tragen darf, so die Lehrerin Gerhild de Wall, die die „Westen Pädagogik“ 2013 nach einer Fortbildung aus Amerika mitbrachte. 

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer hat bereits ihren Unmut geäußert. Der VkdL begrüßt zwar die kritische Haltung der Ministerin, doch geht sie ihm nicht weit genug: Der VkdL hält es für geboten, auch andere Bundesländer vor dem Einsatz dieser höchst fragwürdigen Methode zu warnen und diese ungeprüfte pädagogische Maßnahme zu verbieten. 

„Eine Pädagogik, die zu solchen Mitteln greift, ist nicht am Wohl des Kindes orientiert. Sollen wir irgendwann tolerieren, dass Kinder am Stuhl festgebunden werden, damit sie sich besser konzentrieren?“ fragt die Bundesvorsitzende des VkdL, Roswitha Fischer. Es sei ein genereller Trend erkennbar, dass Schülerinnen und Schüler zwanghaft für die Regelschule „zurechtgestutzt werden“, damit der Schulbetrieb funktioniert, anstatt zu fragen, woher das rastlose Verhalten kommt und gezielt nach individuellen Lösungen zu suchen. Eine ungesunde PC-Sucht, Bewegungsmangel sowie eine oft nicht gelebte Vorbildrolle der Eltern, aber auch zu große Klassen setzen Kinder z.T. massiv unter Druck. Ein Ausgleich zur kognitiven Lernarbeit ist dringend erforderlich – mit Gewichten ist das nicht zu korrigieren. Hier sind Schulen und Elternhäuser in der pädagogischen Verantwortung, die sie wahrnehmen müssen!

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Gedruckt am 17.09.2019 14:14.