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Vorstand ignoriert unsere Kolleginnen und Kollegen! - 100 Jahre ZF: ZFLS -Aufsichtsrat Martin Rott fordert Vorstand auf, endlich für gleiche Bezahlung der Jubiläumsvergütung zu sorgen!

Sorge um das Miteinander nach Fusion mit Bosch in Schwäbisch Gmünd. Der Getriebehersteller ZF aus Friedrichshafen und seine weltweit 72.000 Mitarbeiter/innen gehen in ein Jubiläumsjahr – so stand es in der Zeitung. 1915 wurde die Zahnradfabrik GmbH in Friedrichshafen gegründet, jetzt soll groß gefeiert werden. Aber ohne die Mitarbeiter/innen der ehemaligen ZF Lenksysteme in Schwäbisch Gmünd (seit 1. Februar Robert Bosch Automotive Steering).

Sie bekommen keinen Anteil an der geplanten Sonderzahlung. Martin Rott, Aufsichtsrat bei ZFLS, hat an den ZF-Personalvorstand Jürgen Holeksa geschrieben und ihn aufgefordert, sich für die gerechte Auszahlung der Jubiläumsvergütung einzusetzen. Leider bisher vergeblich. „Ich befürchte, dass auch nichts mehr kommt.“ Am Freitag hat Bosch bereits seinen Schriftzug an das Werk von ZFLS geschraubt, nachdem das Unternehmen den bisherigen Anteilseigner ZFLS komplett übernommen hat. „Das war es dann wohl mit der Jubiläumsvergütung für die Mitarbeiter/innen. Nach dem bekannten Motto „ aus den Augen, aus dem Sinn.“

Rott bezeichnet dieses Verhalten gegenüber den ZFLS Mitarbeitern/innen als beschämend. Die Belegschaft in den Werken werden jetzt genau darauf achten, wer sich für ihre Belange wirklich einsetzt und sie an der Jubiläumszahlung beteiligt. Momentan gehen die Mitarbeiter/innen leer aus. „Soviel ich weiß, gibt es für das Jubiläum einen höheren zweistelligen Millionenbetrag“, sagt Rott, der als Gewerkschaftsvertreter für die CGM (Christliche Gewerkschaft Metall) im Aufsichtsrat der bisherigen ZFLS sitzt. Er setzt sich vehement dafür ein, dass es zu einer gerechten Lösung kommt. „Unsere Leute gehen leer aus. Wie schon so oft in der gemeinsamen Zeit.“ Im Jahr 2011 habe Bosch das 125-jährige Bestehen gefeiert, jede/r Mitarbeiter/in bekam pro Dienstjahr 50 Euro. ZFLS, an dem Bosch schon damals zu 50 Prozent beteiligt war, hat davon keinen Cent gesehen. 2012 zum 75-jährigen Jubiläum von ZFLS gab es ein Fest, ein Familientag mit Werksbesichtigung und Luftballons, so erinnert sich Rott. „Mehr war nicht drin.“

Und jetzt sind es 100 Jahre ZF. „Aber leider bekommen wir ZFLS Mitarbeiter wiederum nichts.“ Martin Rott ist gespannt: ZF hat zwar ZFLS an Bosch abgegeben, gleichzeitig aber den US-Wettbewerber TRW übernommen. „Mal schauen, ob die neuen ZF Mitarbeiter wie z.B. in Alfdorf (TRW Automotive) auch leer ausgehen werden“, mahnt Rott. „Denn die Rechnung ist ganz einfach: Je mehr Geld bei ZF bleibt, desto mehr bekommt dort der einzelne ZF Mitarbeiter.“ Martin Rott macht am ZF-Jubiläum deutlich, worum es ihm letztlich geht: „Es ist nicht nur das Geld. Es ist die Art, wie man gute und fleißige Kolleginnen und Kollegen behandelt. So ein Jubiläum soll doch vor allem Dank für die vergangenen Jahre sein.“

Der leidenschaftliche Gewerkschafter fragt sich, wie Bosch mit der Situationumgeht: „Ich bin gespannt, wie die neuen Chefs hier agieren. Sind wir nur einweiterer Geschäftszweig, über den das Bosch-Organigramm gezogen wird? Oder sieht Bosch, was wirklich in ZFLS steckt – nämlich Menschen, die ihre Arbeit lieben und das Unmögliche möglich machen?“

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Gedruckt am 03.06.2020 6:02.