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CGB BREMEN SIEHT AUSBILDUNGSABSCHLÜSSE DER AZUBIS DURCH EINGESCHRÄNKTEN BERUFSSCHULUNTERRICHT GEFÄHRDET

Der CGB Landesverband Bremen sieht die Ausbildungsabschlüsse der Auszubildenden durch den eingeschränkten Berufsschulunterricht und den mehrwöchigen Corona bedingten Unterrichtsausfall gefährdet. Während die Teilnehmer der Mitte Juni bundesweit anstehenden schriftlichen IHK-Abschlussprüfungen durch die Verlegung der Prüfungstermine von April auf Juni zumindest Zeit hatten, sich ausgefallenen Unterrichtsstoff individuell anzueignen, gilt dies für den nächsten Prüfungsjahrgang nicht. Nach derzeitigem Stand werden die Winterprüfungen der IHK wie geplant am 24.11.2020 und 25.11.2020 sowie am 01.12.2020 und 02.12.2020 mit den schriftlichen Abschlussprüfungen starten. Für die Auszubildenden bedeutet dies, dass sie keinen zusätzlichen Zeitpuffer zur Prüfungsvorbereitung haben und damit Gefahr laufen, mit Wissenslücken aufgrund eingeschränkten und ausgefallenen Berufsschulunterrichts ihre Prüfung absolvieren zu müssen.

Der CGB Landesverband Bremen befürchtet daher für die Winterprüfung höhere Durchfallquoten und schlechtere Prüfungsergebnisse, wenn nicht baldmöglichst zum vollumfänglichen Präsenzunterricht in den Berufsschulen zurückgekehrt wird. Peter Rudolph, CGB-Landesvorsitzender und Mitglied des Berufsbildungsausschusses der IHK Bremen: „Die Berufsschulen mühen sich zwar redlich, den ausgefallenen und weiter eingeschränkten Präsenzunterricht durch Online-Unterricht und Arbeitsaufträge für die Berufsschüler auszugleichen. Dies gelingt aber nur bedingt, da nicht alle Schulen und Schüler über das notwendige Equipment für Online-Unterricht verfügen und nicht jeder Lehrer für Online-Unterricht qualifiziert ist. Online-Unterricht kann darüber hinaus den persönlichen Austausch mit Mitschülerinnen und Mitschülern und Lehrkräften nicht ersetzen.“

Bei weiterhin eingeschränktem Berufsschulunterricht sieht der CGB Landesverband Bremen weiterhin Gefahren für den Ausbildungsstellenmarkt. Nach dem Gesetz sind allein die Ausbildungsbetriebe für die Vermittlung aller ausbildungsrelevanten Ausbildungsinhalte verantwortlich. Die Betriebe verlassen sich allerdings darauf, dass auch die Berufsschulen ihren Part an der Vermittlung der ausbildungsrelevanten Kenntnisse und Fertigkeiten erfüllen. Ist dies nicht gewährleistet, steht zu befürchten, dass insbesondere kleinere und mittlere Betriebe vom Abschluss neuer Ausbildungsverhältnisse Abstand nehmen.

Peter Rudolph: „Wir können uns freuen, dass bei der IHK für Bremen und Bremerhaven trotz der Corona bedingten einsetzenden wirtschaftlichen Rezession die Zahl der zum neuen Ausbildungsjahr abgeschlossenen Ausbildungsverträge bislang nur um 9,4 Prozent zurückgegangen ist. Die kammerzugehörigen Betriebe sind sich trotz der Coronakrise ihrer Verantwortung für die Sicherung ausreichenden und qualifizierten Berufsnachwuchses bewusst. Gleiches erwarten wir von der Politik und den Schulbehörden. Wir können es uns nicht leisten, zusätzliche Ausbildungsplätze durch eingeschränkten Berufsschulunterricht zu verlieren.Spätestens mit dem Ende der Sommerferien sollten die Einschränkungen des Berufsschulunterrichts daher ein Ende finden.“

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Gedruckt am 26.09.2020 0:00.