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Tarifverhandlungen 2017: DHV-Hauptvorstand empfiehlt Korridor von 4 - 6 % für Gehaltsforderungen

Der DHV-Hauptvorstand empfiehlt für die Tarifrunden 2017 seinen Tarifkommissionen, Gehaltserhöhungen in einem Korridor von 4 - 6 % zu fordern. Diese Forderungsempfehlung trägt den unterschiedlichen Situationen in den Branchen Rechnung, in denen die DHV in diesem Jahr verhandelt.

Ziel muss die Vereinbarung von Gehaltserhöhungen sein, die den Beschäftigten eine angemessene Beteiligung an den Unternehmensgewinnen ermöglichen und ihnen einen realen Einkommenszuwachs bringen. Bei den Gehaltstarifverhandlungen zu berücksichtigen ist die wieder anziehende Inflationsrate: Entgegen den Prognosen der führenden Wirtschaftsinstitute vom Herbst 2016 (durchschnittlich 1,45 %) liegt die Inflationsrate mit 1,9 % im Januar derzeit nur knapp unter 2 %. Es muss mit einer weiter anziehenden Inflationsrate und sogar mit einem Sprung über die 2-Prozentmarke gerechnet werden. Hinzu kommt, dass die gefühlte Inflation bei den Gütern des täglichen Bedarfs über der vom Statistischen Bundesamt ermittelten Inflationsrate liegt. Das gilt vor allem hinsichtlich der Benzinpreise, die derzeit im Bereich von 10% - 20 % über dem Tiefstand Anfang 2016 liegen. Von der Preisspirale an den Zapfsäulen betroffen sind vor allem die vielen Tagespendler zur Arbeit.

Das Jahr 2017 ist von einer großen Unsicherheit über die Zukunft der EU und den Auswirkungen der Trumpschen Abschottungspolitik auf die deutsche Wirtschaft geprägt. Des Weiteren hat die digitale Revolution zunehmend Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in Deutschland. Der DHV-Hauptvorstand empfiehlt seinen Tarifkommissionen daher, ein Augenmerk auf die Sicherung der Beschäftigung in den Unternehmen zu legen. Die Belastungen am Arbeitsplatz nehmen weiter zu. Die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben schwinden weiter. Die Gesunderhaltung der Beschäftigten und die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf sind daher auch in 2017 ein wichtiges Anliegen der DHV-Tarifpolitik.

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Gedruckt am 17.10.2017 2:01.